Wir konnten erstmal mit der ABIOS Technologie eine Architekturstudie (N.M. Müller, Stuttgart, Juni, 2019) zum Thema Räume und Emotionen begleiten und dabei messen wie Menschen auf ihre Umgebung reagieren. Ein sehr spannendes Thema und vielleicht die Zukunft urbaner Wohlfühloasen?

Anton Kesselbacher, CEO, ABOS GmbH

Die Frage der Untersuchung war: Kann man mit Hilfe des ABIOS-Diagnosesystems feststellen, ob bzw. wie Menschen auf positive oder negative Räume reagieren? Werden Reaktionen wie Freude, Angst oder Stress nachweisbar ausgelöst?

Dieser Fragestellung ging eine Studentin der Innenarchitektur in ihrer Masterarbeit mit der ABIOS Diagnostik nach, für die sie sogar mit dem Preis des Bundes der Deutschen Innenarchitekten ausgezeichnet wurde. Sie kam zu dem Schluss, dass in der Anwendung solcher Messmethodik großes Potential liegt.

Man kann einerseits in der Innenarchitektur vermehrt darauf achten, unbewusste Störauslöser wie z.B. laute Geräusche zu minimieren, um so eine bessere Konzentration in Schulen oder Büros zu ermöglichen.

Andererseits kann man auf die Bedürfnisse der Menschen z.B. in Krankenhäusern oder Hotels besser eingehen. Wie wir selber wissen, fühlen wir uns nicht jeden Tag und nicht überall gleich wohl. Helle Räume oder natürliche Materialen lösen positive Gefühle aus. So können sich Räume durch Umgestaltung auch positiv auf das Umfeld auswirken, was sich wiederum positiv auf eine Therapie (z.B. bei Depressionen) auswirkt. Wenn Räume allerdings zu offen sind oder der Blick uneingeschränkt ist, löst das negative Gefühle aus, da der Schutz fehlt. Man kann so kurzfristig mit ABIOS feststellen, wo sich ein Klient besser fühlt.

Lesen Sie hier im Detail, was sie bei den drei unterschiedlichen Experimenten herausfand:

Im ersten Experiment wurden den Testpersonen zuerst Bilder von positiven, danach von negativen Räumen gezeigt, um sich mit den abgebildeten Räumen auseinanderzusetzen bzw. sich in den Raum hineinzufühlen. Positive Räume wie Küche mit Essplatz, Veranda, Wiesen oder Berge lösten keinen Stress aus, sondern trugen zur Entspannung bei.

Negative Räume wie Keller, enger Gang oder Haftzelle verursachten Stress. Die Probanden reagierten mit Herzklopfen, nervösen Bewegungen oder körperlicher Anspannung.

Im zweiten Experiment wurden den Testpersonen unterschiedliche Töne vorgespielt. Die Testpersonen reagierten vor allem auf laute Töne. So lösten Gewitter, Verkehr, zufallende Türen oder Kratzen an der Wand Stress aus.

Im dritten Experiment befanden sich die Personen im tatsächlichen Raum. Je nach Vertrauen zu dem Gebäude löste der Raum unterschiedliche Reaktionen von totaler Entspannung bis zu Panik aus. Interessant war, dass Licht von oben in gruseligen Räumen positive Reaktionen auslöste.

Wer weiß, vielleicht wird das nächste Bauprojekt ja mit der ABIOS-Technologie evaluiert und so noch exakter festgelegt, wie die architektonische Lösung aussehen soll? Die Ergebnisse bestätigen auch, dass es einen großen Nutzen bringt, Klienten/Gästen bei ihrem Aufenthalt in einer Gesundheits- oder Urlaubsinstitution eine ABIOS-Messung anzubieten – damit die Behandlung oder der Urlaub ein voller Erfolg wird, weil man sich rundherum wohl fühlt!

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